Wer ist Hyäne Fischer?

Droht die heile Welt des Schlagers jetzt auch einzustürzen? Mit Hyäne Fischer befürchtet das zumindest der ein oder andere. Sie will mit ihrem Song „Im Rausch der Zeit“ zum Song Contest 2019 in Tel Aviv und sorgt damit für recht viel Aufsehen. 

Das retroavantgardistische Werk „Im Rausch der Zeit“ begann vor einigen Tagen im Internet zu kursieren. Mittlerweile berichten sogar deutsche Zeitungen darüber. (Der ORF übrigens immer noch nicht.) Es tanzen Frauen in Lodentracht durchs Bild und singen vermeintlich patriotische Texte. Das virale Satireprojekt knöpft sich dabei das traditionelle Österreicher*innen-Bild und den gesellschaftlichen Rückwärtstrend vor.

Die Kunstfigur Hyäne Fischer, die laut offizieller Bio aus Wiener Neustadt stammt, wird von der 25-jährigen Künstlerin Jessyca R. Hauser verkörpert. Außerdem wird vermutet, dass sie mit der Burschenschaft Hysteria unter einem Hut steckt: Ein feministisches Kollektiv, das für den Untergang des Patriarchats sorgen möchte.

Im Video zum Song „Im Rausch der Zeit“ wird visuell ganz offensichtlich mit Symbolen der 30er Jahre, der Nazi-Zeit, gespielt. In kritischer Hinsicht, soll dazugesagt sein. Die Statistinnen, Fischer und Mitglieder der Burschenschaft Hysteria, tanzen in traditioneller Lodentracht durch eine Villa am Semmering. Sie stapfen durch verschneite Nadelwälder.  Sie trinken und sie haben Spaß. Die Künstlerin selbst erinnert im Video stark an Eva Braun, wie der Kurier suggeriert. Wobei: An eine sehr emanzipierte Eva Braun. Immerhin zeigt sich Fischer auch in einer Wiener Wohnung im Negligée und mit Smartphone.

Musikalisch erinnert der Schlager Hit an den Synthiepop der 80er Jahre. Die 25-Jährige singt mit kühler Stimme über Heimat und Tradition. Aber was möchte sie mit dem Song übermitteln? In einem Interview mit der taz sagt sie, auf die Frage ob Sie mit dem Video auf die Salonfähigkeit des Völkischen aufmerksam machen wolle, dass es eigentlich nur um Frauen ginge, die Spaß haben. Aber sie sagt auch, es sei das Risiko der Kunst, dass die Rezipient*innen interpretieren können, wie sie es wollen.

Außerdem verrät Sie der taz, dass gerade ein Debütalbum im Entstehen sei. Wir dürfen also gespannt bleiben und vermutlich auch noch länger darauf warten, bis der Schlager tatsächlich in seinen Grundfesten erschüttert wird. (Und ob es für Sie wirklich zum Song Contest in Tel Aviv geht.)

-Johanna

Der 64. Eurovision Song Contest soll vom 14. bis zum 18. Mai 2019 im Tel Aviv Convention Center in der israelischen Stadt Tel Aviv stattfinden, nachdem Netta mit dem Lied „Toy“ für Israel den Eurovision Song Contest 2018 in Lissabon gewann.

www.hyaenefischer.com

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