(Welt-) Meister der Drohnen

Vier junge Herren von der HTL Wiener Neustadt haben 2018 bei einem Drohnen-Wettbewerb in den USA den ersten Platz belegt, und das gleich beim allerersten Versuch. Die HTL ist seit Jahren in verschiedenen Robotik-Kategorien erfolgreich. Hier ein kleiner Einblick, was die Schüler begeistert und wie es dazu kam, dass sie bei der Weltmeisterschaft in den USA den 1. Platz belegten.

Text: Mariano, Fotos: Shahin

Christoph Käferle (20), Joel Klimont (18), Konstantin Lampalzer (18) und Daniel Honies (21) haben schon öfter bei Roboter-Wettbewerben mitgewirkt. Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung stießen sie auf den Wettbewerb namens „Autonomous Aerial Robot Tournament“. Und den haben sie als Team „airtem“ dann auch gleich gewonnen.
Aber eins nach dem anderen. In der HTL Wiener Neustadt kann man sich ab der 2. Klasse im Informatikbereich für einen Freigegenstand namens „Robotik“ anmelden. Man hat am Anfang lediglich zwei Stunden im Stundenplan eingetragen. Die Vier waren sich aber einig, dass dies am Anfang noch reichte, aber um die Wettkämpfe zu gewinnen, mussten sie auch Überstunden machen. 2018 fand der Drohnen-Wettbewerb in den Sommerferien statt und das Projekt war mit Schulschluss noch nicht abgeschlossen. Darum erlaubte die HTL den Schülern in den Sommerferien weiterzuarbeiten. Ihr Rekordarbeitstag betrug 14 Stunden, an dem sie an ihrer Drohne tüftelten und bastelten.

Roboter aus Lego
Bei Roboter-Wettbewerben bekommt man ein vorgegebenes Kit mit Legobausteinen, Motoren, Metall- und Plastikteilen, die man zusammenbaut. Dann muss man noch die Software dafür schreiben, damit der Roboter selbständig verschiedene Aufgaben lösen kann.
Beim Drohnen-Wettbewerb ist das jedoch anders: man bekommt keinen fertigen Bausatz, sondern man muss alles selber machen. Es wäre auch möglich gewesen, selber eine Drohne zu bauen. Das stellte die Schüler vor viele Herausforderungen, da kein Lehrer Erfahrungen mit Drohnen hatte und auch niemand genau wusste, wie man eine Drohne programmiert. Also kaufte sich das Team eine „Parrot AR.Drone 2.0.“ – eine gewöhnliche, in jedem Spielzeuggeschäft erhältliche Drohne.

Die gepimpte Drohne
Sie bauten die Kamera mit Teilen aus einem 3D-Drucker um, damit sie nicht mehr nach vorne, sondern nach unten gerichtet ist, modifizierten noch die Software und dann brachten sie der Drohne bei, autonom zu starten, zu landen und unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen.
Der Wettbewerb selbst funktioniert so: man hat in einem Käfig drei quadratische Holzboxen, die sich bewegen und eine Art QR-Code oben drauf haben. Die drei Drohnen müssen autonom das Ziel erkennen, darauf landen und dann wieder starten. Sie dürfen jedoch niemals dieselbe Box zweimal hintereinander anfliegen. Ziel ist es, in drei Minuten so oft wie möglich zu landen.

Der Wettbewerb in Kalifornien, bei dem sich das HTL-Team gegen 12 andere Teams aus aller Welt behaupten konnte, wird unter anderem auch von der NASA unterstützt. Das Freifach Robotik an der HTL wird vom Land Niederösterreich und von Firmen gesponsert. Es lebt aber hauptsächlich vom Engagement der Lehrer wie Michael Stifter und Harald Haberstroh, die den Schülerinnen und Schülern nicht nur das Fach Robotik ermöglichen, sondern die Teams auch zu den Wettbewerben begleiten.

Wissen wird weitergegeben
Die höheren Klassen unterstützen immer die nachkommenden Robotik-Schüler und teilen ihre Erfahrungen. Das könnte ein Grund für den großen Erfolg der Neustädter Schülerinnen und Schüler zu sein, die in den letzten Jahren schon mehrere Weltmeistertitel gewonnen haben.

Und was kommt als nächstes? Joel Klimont jedenfalls freut sich schon auf einen neue Kategorie im nächsten Jahr: „Autonome U-Boote.“

 

FACTS
Beim internationalen Robotik-Wettbewerb „Botball“ in Indian Wells (Kalifornien, USA) hat das Team „airtems“ der HTL Wiener Neustadt den Weltmeistertitel in der Kategorie autonomer Drohnen geholt.

Das Team besteht aus Konstantin Lampalzer (18) aus Wiener Neustadt, Joel Klimont (18) aus Ebreichsorf, Christoph Käferle (20) aus Traiskirchen und Daniel Honigs (20), Student aus Deutschland

Über die vielen Erfolge der HTL Robotik-Teams seit 2011 kann man sich online auf der Seite des Unterstützervereins informieren:

www.robo4you.at

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