Der Modemacher für Punk, Goth und Cosplay

Portrait | Das Atelier des Modedesigners Loel J. Grey ist auf dem ersten Blick unscheinbar versteckt inmitten einer Wohnsiedlung in Wiener Neustadt. Darin befindet sich eine Vielfalt an Unikaten, die seine Kunden individuell beauftragen können. Auch wir sind in sein Atelier gekommen, um von ihm etwas über seinen Beruf zu erfahren. | Autorin: Celina

Im April erst war er wieder bei der Cosplay-Modeschau auf der „Comic Con“ in Wien im Einsatz. Als Zeichner und Modedesigner kommt Loel J. Grey viel herum. Dabei hat er schon immer mit Freude Kleidung kreiert. Ein prägender Moment war ein Erlebnis, das er mit zehn Jahren hatte. Im Textilen Werken haben er und die anderen SchülerInnen die Aufgabe bekommen, einen Rucksack zu machen. Während seine MitschülerInnen einen schwarz-weißen Stoff ausgesucht haben, kaufte er einen rot-schwarzen Brokatstoff und Lackriemen. „Du bist verrückt.“, sagte seine Lehrerin damals darauf. Für Loel ist das erst der Anfang gewesen. Seitdem macht er seine Leidenschaft zum Beruf. Seine Ausbildung zum Modedesigner hat er in Spanien gemacht, arbeitet aber jetzt in Wiener Neustadt. „Meine Mode zeichnet sich dadurch aus, dass sie einzigartig und individuell an die Kunden angepasst wird. Ich mache ausschließlich Unikate, wodurch kein Stück je zweimal erstellt wird. Ich möchte den Leuten das Gefühl zurückbringen, individuell zu sein. Ich selbst weiß nicht wirklich, woher meine Ideen kommen, sie kommen einfach von allem“, erzählt Loel.

 

Derzeit gehen all seine Einnahmen an das „Reparatur Café“ und den Verein „all about art“. Er selbst lebt von herkömmlichen Berufen wie Zeichenworkshops und arbeitet in seiner Freizeit für die oben genannten Vereine als Designer. In Zukunft möchte er sich jedoch selbstständig machen, um vom Designen leben zu können. „Das Wichtige dabei sei, sich geschickt anzustellen. Die Menschen müssen von einem erfahren und die Richtung des Stils kennen. Selbst wenn ich selbstständiger Modedesigner bin, möchte ich meinem Stil treu bleiben und vom Konsum fernbleiben. Mein Plan ist es, mit anderen Designern zusammenzuarbeiten, um den Kunden innerhalb eines Ateliers mehr Möglichkeit zu bieten.“

Wodurch zeichnet sich deine eigene Note aus? „Das Label „Prisoner Label“ steht dafür, dass wir alle Gefangene der Mode sind. Oder auch, dass man lieber ausbricht und sein eigenes Ding durchzieht. Es ist Mode, die nur einem selbst etwas angeht.“ Individualität ist Loel besonders wichtig und diese möchte er seinen Kunden bieten. „Mit Absprache einer Kundin habe ich einmal ein Kleid auf Basis eines anderen hergestellt, doch weiter würde ich nicht gehen.“ 11831789_10204799735249253_8365594702098858676_n

Er selbst hat keine direkte Zielgruppe, es kommen jedoch meistens dieselben Leute zu ihm, besonders aus dem Goth- und Punk-Bereich. „Wenn der Gothic-Szene mein Stil so sehr gefällt, warum nicht? Trotzdem kann ich alles machen.“, stellt Loel klar und verrät uns, wie man überhaupt Designer wird: „Man braucht eine Modedesign-Ausbildung, aber man muss schauen, dass an sich alles dabei ist. Angefangen bei der Schulausbildung sollte man darauf achten, auf eine professionelle Schule zu gehen. Die Ausbildung ist umfangreich und fordert einem einiges ab, aber schwierig ist sie nur, wenn man nicht mit Leidenschaft dabei ist.“

Wenn es darum geht, ob man dafür überhaupt geeignet ist, ist es laut Loel J. Grey eine 50/50-Sache zwischen Talent und Aneignung. Das technische Know-how muss man lernen, aber die Kreativität und Inspiration muss schon von Anfang an vorhanden sein. Für die Zukunft wünscht er sich, dass die Politik KünstlerInnen mehr unterstützen würde, da der Selbstständigkeit viele Steine in den Weg gelegt werden würden.

FACTS
Name: Loel J. Grey
Alter: 39
Wohnort: Eggendorf
Ausbildung:  Diplomierter Modedesigner (neben vielen weiteren Diplomen)
Links: www.prisoner.asia

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