„I bin da a bissl reingestolpert“

Kultur-Portrait | Der 30-jährige Radiomacher und Redakteur Jan Hestmann verbrachte seine Jugend in Wiener Neustadt, arbeitet heute für Radio FM4 und veranstaltet bald mit Gleichgesinnten ein neues Filmfestival. Ein Gesicht der Filmtage Wiener Neustadt.

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Jan Hestmann (30) vor dem SUB in Wiener Neustadt © Iris Strasser

Hestmanns Deutschlehrer in der Gröhrmühlgasse hat ihn in der „Irgendetwas mit Schreiben muss es werden“-Idee bestärkt, obwohl er sich auch im Theater widerfand. Die Wahl fiel schlussendlich auf das Journalismus-Studium in Graz, wo sich auch die Chance ergab beim freien Radio Helsinki eine eigene Sendung zu produzieren. Mit abgeschlossenem Bachelor ging es für Jan nach Wien, um Geschichte zu studieren und bei Radio Orange, dem Wiener Äquivalent von Helsinki als Programmkoordinator zu arbeiten. Nach absolviertem Master wurde ein kleiner Traum wahr. Nach drei versandten Bewerbungen bekam er eine Stelle als Online-Redakteur und Social Media-Mensch bei dem ORF Radio-Sender Fm4. Dort macht er neben dem Selbsterklärenden auch Radiobeiträge und Interviews mit Filmbezug und ist auf Veranstaltungen wie der “Diagonale”, der “Viennale”, dem “Nova Rock” und dem “Frequency” unterwegs. Neben seinem eigentlichen Arbeitsverhältnis ist er auch Bestandteil der Filmredaktion und Spezialist für „weirde Horrorfilm-Sachen“, wie er es betitelte. „Das gefällt mir an Fm4, dass ich schreiben kann, im Radio sein kann und dafür bezahlt werde hin und wieder ein lustiges Meme auf Facebook zu posten.“ Auch für das Wiener Popkultur Magazin „The Gap“ schrieb Jan über alles was mit Film zu tun hat.

„Weil wir wissen, wie geil die Frontale war”. 

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Hestmann mit dem FilTa-Team Antonia Bernkopf, Christian Hofer, Elena Schwarz und Philipp Zoufal. ©zVg

2011 drehte der Radiomacher mit norwegischen Wurzeln noch regelmäßig mit FreundInnen Kurzfilme, wie das gesellschaftskritische Zombie-Drama „Gänseblümchen“. Parallel dazu starteten Reinhard Astleithner und Christoph Gausch die erste Version des Kurzfilm-Wettbewerbes “Frontale”, die damals noch im BORG stattfand. Die Newcomer überraschten alle, inklusive sich selbst, und gewannen mit dem Trash-Zombie-Streifen den ersten Preis des Filmfestivals. Das Sieger-Team schloss sich daraufhin der Frontale an und arbeitete tatkräftig mit, bis zur Auflösung der “Frontale” im vergangenen Jahr. Im Jänner beschlossen Hestmann, Elena Schwarz, Antonia Bernkopf, Christian Hofer, Lukas Konlechner und Philipp Zoufal kurzerhand ein eigenes Low-budget Projekt zu starten. „Unser Background ist die Frontale und wir machen es, weil wir alle wissen wie geil die Frontale war“. Die Filmtage wurden geboren.

Programm 

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„Apfelmus“ von Alexander Gratzer bietet neben Einblicken in das vibrierende Leben am Land vor allem Antwort auf die Frage: Wie bereitet man idealerweise Apfelmus zu?

Ein Spielfilm wird am Ende jedes Tages gezeigt. Zum einen den österreichischen Film „Inland“ am Freitag den 22. und zum anderen „Mid 90s“ von Jonah Hill am 23. November. Diskussionsrunden sowie der Ausklang mit Musik und Barbetrieb im Anschluss und einer Warmup-Party am 21.11. im Triebwerk stehen am Programm. Ganz ungeplant hat sich allerdings der Themenschwerpunkt „Jugend und Probleme“ ergeben, da sich sehr viele der eingereichten österreichischen Filme mit diesem Thema beschäftigen. Anders als bei der “Frontale”, wird es einen reinen Animationsfilmblock geben, sowie einen für Dokumentationen und einen bunt durgemischten mit internationalen Werken. Zur Frage der Finanzierung meinte Jan: „Wir sind kein Projekt von der Stadt, also wir machen das eigenständig, suchen aber natürlich um Förderungen an.“ Eintrittspreise gibt es keine, nur eine freiwillige Spendenbox.

„Mach ma da weiter?!“ 

Das Kernteam hat schon vorab viel positives Feedback und Unterstützung bekommen. Die Erwartungen sind hoch, doch Motivation und Zuversicht mindestens genauso groß. Die Energie für die Zukunft hat man gehört, aber in der Freizeit ein Festival zu organisieren kostet Kraft. „Ich hoff es wird ur cool und wenn alle zufrieden sind mach ma da weiter“. Die Zukunft der FilTa steht noch in den Sternen, doch Hestmanns persönliche Ziele sind klar. „Das Kern-Ding war schon immer das Schreiben und beim Radio bin i a bissl reingestolpert, aber mich würde Fernsehen machen auch interessieren.“ Für Hestmann geht die Reise durch die Medienlandschaft noch länger weiter. Nächster Stopp: FilTa!


Interview und Text: Iris Strasser

 

Termine
21. November: Warm-up-Party. Triebwerk Trash Kino meets FilTa ab 19:30 Uhr
22. November: Filme am 17 Uhr. DJ Line Sub o Rama ab 22 Uhr im SUB
23. November: Programm ab 15 Uhr. Sweet 90s Party ab 23 Uhr im SUB

Social Media
Instagram: filta_filmtage, jotdogs
Facebook: FilTa Filmtage


Jan Hestmann (Programm, künstlerische Gestaltung)
Lukas Konlechner (Obmann, Administratives)
Philipp Zoufal (Obmann-Stellvertreter, Logistik, Grafiker)
Elena Schwarz (Programm, künstlerische Gestaltung)
Antonia Bernkopf (Sponsoring etc.)
Christian Hofer (Allrounder)

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