„Eine Band ist nur so gut wie ihr Schlagzeuger“

Musik-Porträt| Ein Metal-Schlagzeuger aus Wiener Neustadt, der seinen Traum zum Beruf gemacht hat. Unter dem Künstlernamen „Krimh“ spielt Kerim Lechner mit internationalen Bands Welt-Tourneen, macht eigene Platten und betreibt nebenbei einen der erfolgreichsten YouTube-Kanäle in Österreich.

von Janine

Kerim verdient sein Geld damit, dass ihn Bands und Musiker für Tourneen, Konzerte oder Alben engagieren. Seit 2015 ist er bei der griechischen Band „Septic flesh“ angestellt und geht mit ihnen regelmäßig auf Tournee. Zwischen den Tourneen nimmt er verschiedene Aufträge an. Wenn zum Beispiel eine Band oder ein Musiker einen Schlagzeuger für ein Album oder einen Liveauftritt braucht, ist Kerim der Mann dafür. Er gibt auch Musikun-terricht für Schüler aus den unterschiedlichsten Ecken der Welt über Skype. Als „krimh“ hat er auch selbst drei Alben produziert, auf denen er alle Instrumente selbst eingespielt hat.

Wie wird man Berufsmusiker?

„Man kann schon Schlagzeug studieren und ich würde teilweise gerne vom Blatt lesen können. Dadurch, dass ich nicht Noten lesen kann, muss ich mir die Sachen immer zuerst anhören und mir überlegen, wie es zu spielen ist. Ich spiele seit 13 Jahren Schlagzeug und glaube, wenn man viel Zeit mit einem Musikinstrument verbringt, dass man auch ziemlich viel daraus machen kann. Aber nachdem ich das Angebot bekommen habe, professionell zu spielen, war mir klar, dass ich ins eiskalte Wasser springen muss. Alles oder nichts.“ .

Wie war es in Wiener Neustadt aufzuwachsen?

Ich mag Wiener Neustadt, man hat hier alles was man braucht. Fortgehen hat mich nie interessiert. Dadurch, dass ich in der Musikszene immer mehr involviert war, habe ich viel Zeit im Bandhouse verbracht. Das Bandhouse, das Triebwerk und das SUB sind tolle Institutionen, die Musik stark fördern. MusikerInnen kommen aus Baden, Wien usw. nach Wiener Neustadt, um zu proben, weil es hier einfach die Räumlichkeiten gibt. Wiener Neustadt ist einfach ein Hotspot fürs kreative Schaffen.

Du bist mit deinem YouTube Kanal unter den Top 100 in Österreich. Wie kam es dazu?

2007 habe ich meine ersten Videos hochgeladen. Eigentlich habe ich aus Übungszwecken gefilmt, um zu sehen: Wie ist meine Sitzhaltung? Wie klingt es? Irgendwann hatte ich dann einiges an Videomaterial und habe es einfach hochgeladen. Dass so eine gute Rückmeldung kommt, damit habe ich nicht gerechnet.

Wie kams dazu, dass du wirklich Berufsmusiker wurdest?

Nach der Matura kam das erste Angebot von einer schwedischen Band. Jedoch musste ich zuerst meinen Zivildienst absolvieren und ich war auch noch nicht bereit. Das war wirklich eine brutale Death Metal-Band. Das ist sehr schwierig und intensiv zu spielen. Deswegen habe ich ein Jahr Schlagzeugunterricht genommen und wollte Notenlesen lernen. Damit habe ich aber aufgehört und dann kam ein Angebot von der polnischen Band Decapitated. 2009 bin ich dann zu ihnen mit dem Zug gefahren, um gemein-sam mit ihnen zu proben. Sie meinten, wenn ich noch ein bisschen besser werden würde, könnte ich bei ihnen anfangen. Da wusste ich, das ist meine Chance, ins Musikbusiness einzusteigen. Ich habe mir gedacht: Alles oder nichts. Bis 2012 habe ich dann dortgespielt. Das Rockstarleben,so wie man sich das vorstellt, existiert in meiner Liga und weit darüber nicht. Man sollte auch nicht wegen dem Geld Musiker werden wollen. Auf Tournee zu gehen ist sehr viel Arbeit für wenig Geld. Es dauert meistens einen Monat und jeder Tag, an dem man nicht spielt, kostet Geld. Die meiste Zeit verbringt man im Bus oder Flugzeug und das Spielen macht nur einen kleinen Prozentsatz aus. Wenn man einen eigenen Bus hat, ist der so voll,dass das Bett so groß ist wie ein Sarg und ein Schlafrhythmus existiert auch nicht.

Facts:

Name: Kerim Lechner 

Künstlername: Krimh 

Alter: 31 

Ausbildung: Matura in der Zehnergasse

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