Homestory // Die Singer/Songwriterin

Die Maßnahmen der Bundesregierung gegen das Corona-Virus verändern unseren gesamten Alltag. Deshalb haben wir bei einigen coolen Menschen nachgefragt, die wir schon einmal für die Klette interviewt haben, welche Herausforderungen die neue Situation an sie und ihre Projekte stellt und wie sie damit umgehen. Wie sieht dein „Corona-Alltag“ aus? Schreib uns und schick ein Selfie dazu! Einfach Mail an: redaktion@dieklette.at #klettehomestory.

 

Filiah ist eine Singer/Songwriterin. Emotion ist der Nährboden ihrer Lieder, deshalb entsteht in Quarantäne derzeit viel neue Kunst. Während einer kleinen Skype-Plauderei hat sie unserer Chefredakteurin Iris erzählt, wie es ihr geht.

 

Was beschäftigt dich derzeit in Quarantäne und was hat Corona dir schon gekostet?

Ich musste die Aufnahmen für meine EP abbrechen, in der ich sehr viel verarbeitet habe und noch verarbeiten wollte. Viele Gefühle kommen jetzt wieder hoch, aber das ist okay.

Natürlich ist sehr schade die EP-Aufnahmen zu stoppen, das wäre gerade so wichtig, aber was soll’s, ich nehme jetzt einfach traurige Cover auf und schreibe Songs, die ich nie jemanden zeigen werde, weil sie einen straight into depression befördern. *lacht* Wenigstens kann ich darüber scherzen, also geht’s mir gut.

Ich glaube, dass es für viele vielleicht ein großer kreativer Output sein kann, aber noch viel mehr einfach nur sehr große existenzielle Ängste mit sich bringt. Nicht nur in Österreich, sondern überall. Bei jedem fallen die Gigs gerade weg und kleinere Artists zählen auf ihre Tourneen und verlieren einfach ihr ganzes Einkommen. Ich hoffe, dass alle gut durchkommen und das Geld, das sie beantragen auch bekommen. Ich habe schon vor der Krise länger mit dem Gedanken gespielt, zumindest für eine Zeit aus Wien wegzuziehen, deshalb wollte ich in London ein Masterstudium beginnen, aber wir werden sehen wie sich das entwickelt. Im Moment versuche ich zumindest einfach alles auf mich zukommen zu lassen.

Hast du eigentlich auch fröhliche Songs?

*denkt nach und lacht* In letzter Zeit weniger, aber ich habe letztens ein Quarantäne-Liebeslied geschrieben. Ich habe ein einziges Liebeslied in meinem Leben geschrieben und jetzt dank Corona das zweite. Aber eigentlich habe ich auch gemerkt, dass alle meine Lieder irgendwie etwas Fröhliches oder zumindest Hoffnungsvolles an sich haben, selbst wenn es im ersten Moment nicht danach klingt.

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Filiah mit Ukulele und Kuschelbär.

Was machst du abgesehen von Musik den ganzen Tag?

Viel lesen. Ich sollte derzeit viel für die Uni machen, da ich versuche im Juni fertig zu werden und im September nach London zu gehen. Die Frage ist jetzt nur, ob ich fertig werden kann. Ansonsten ab und zu mit ihm (zeigt ihren großen Kuschelbären) reden, das ist ziemlich tragisch. Tagebuch schreiben. Gedichte oder Briefe schreiben, die zwar manchmal sehr wirr, aber eine nette Beschäftigung sind. Ich tue all die Dinge nicht, die ich vermutlich tun sollte. Aber die Hauptsache ist, dass ich wenigstens sehr viel Musik mache.

Möchtest du mehr von der EP erzählen?

Ich habe mich vor mittlerweile ein paar Monaten für eine Woche mit einer Freundin in einer Waldhütte eingebunkert. Wir haben unser ganzes Equipment am Boden auf einen Haufen gelegt und begonnen auf eigene Faust aufzunehmen. Das Ganze wird underground-indie-folk, das wichtigste sind für mich dabei die Texte. Sie wird „for someone“ heißen. Eigentlich wollte ich ein Album aufnehmen, dann ist mir so viel passiert, dass fünf Songs aus dem Nichts aufgetaucht sind. Ich habe mir gedacht, ich kann die nicht nicht rausbringen, das hatte Priorität. Die Produktion wird länger dauern als gedacht, weil wir einfach keine Profis sind und völlig alleine arbeiten möchten. Die Vögel und den Regen in meinem Innenhof zum Beispiel habe ich schon aufgenommen, also ein bisschen geht es doch voran. Für mich ist es gut das jetzt alles zu verarbeiten, aber ich habe das Gefühl, immer wenn ich die Songs spiele breche ich mir ein bisschen selber das Herz. *lacht* Ich mache mich damit immer sehr verletzlich aber ich denke daraus ziehe ich dann auch wieder Stärke.

 

Den Klette-Artikel über Nina Schwarzott alias Filiah, ihr Instagram, Facebook, Spotify und Soundcloud, sowie der direkte Link zum neusten Song „a letter.“ gibt’s hier // check it out:

„Jeder Release ist ein Stein, der von meinem Herzen fällt“

instagram/thisisfiliah

facebook/officialfiliah

spotify/filiah

soundcloud/Filiah

 

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