Dank Corona: Studieren im Sommer?

Bildungsminister Heinz Faßmann verordnete Ende April, dass die Sommerferien für StudentInnen diesen Sommer ausfallen werden. Das bedeutet, dass Prüfungen, Vorlesungen und Übungen heuer im Juli und August stattfinden können. Die ÖH hat sich daraufhin das Ziel gesetzt, dass jene Angebote bloß als Zusatz und nicht zum Nachteil für StudentInnen stattfinden. Klette Redakteurin Celina hat zwei Studierende dazu befragt, wie sie die ungewöhnliche Situation empfinden.

Melanie L. (20, studiert Publizistik und Kommunikationswissenschaften)

Ferien. Wir kennen sie alle, wir genießen sie alle und einige von uns sind sogar motiviert genug, sie sinnvoll zu nutzen. Das Wort Ferien hat seine Bedeutung schon seit geraumer Zeit und selbst in Zeiten von Corona bleibt die Bedeutung des Wortes im Duden unverändert. Es ist klar, dass dieses Semester auf den Universitäten nicht mit anderen zu vergleichen ist und ebenfalls ist klar, dass einige Studierende Einbußen im Studienfortschritt verbuchen müssen. Doch das ist so. Das ist das Risiko, welches wir als Studierende eingehen. Es läuft nicht alles wie geplant, man verschätzt sich oder unerwartete Problem(ch)e(n) treten auf. Nun fordern einige, dass die Ferien doch bitte für die armen Studierenden geopfert werden sollen, damit diese doch noch gnadenhalber die Mindest-ECTS für die Familienbeihilfe zusammenkratzen können. Nein, danke. Verantwortung übernehmen ist Voraussetzung für akademisches Denken. Und zwar auch jetzt, auch wenn es noch so schön wäre, mehr Zeit zu bekommen. Viele Studierende haben sich die raren Praktikumsplätze hart erkämpft, können nach Monaten der Isolation ihre Familien wieder besuchen, oder müssen Vollzeitjobs annehmen um sich das restliche Semester über Wasser halten zu können. Das alles opfern, nur um in den Ferien 5 ECTS mehr zu schaffen? Nun ja, wer rational denken kann, ist hier klar im Vorteil.

Andreas P. (19, studiert Biologie und Astronomie)

Am 23. April 20 kam die Meldung der ÖH über drei Verordnungen, die Bundesminister Faßmann erlassen hat. Eine von ihnen: die Sommerferien entfallen. Eine Maßnahme, um die durch den Lockdown verlorene Zeit aufzuholen, die für manche Studierende lästig, für andere ein Segen ist. Weniger Ferien klingt in erster Linie auch wenig schön, doch für viele Studienfächer ist es nun essenziell. Studiengänge mit Übungen, die auch online abgehalten werden können, profitieren kaum von dieser Maßnahme, doch vor allem für naturwissenschaftliche Fächer ist es wichtig. Lehrveranstaltungen mit praktischen Übungen der naturwissenschaftlichen Studiengänge, insbesondere Laborübungen, sind essenzielle Bestandteile für jene, die das Studium positiv absolvieren wollen. Sie sind nicht nur interessant, sondern bieten auch viel praktische Erfahrung für den wissenschaftlichen Alltag und lehren einem nebenbei auch noch, wie die Theorie im Labor aussieht. Bisher standen die Chancen gut, dass diese Lehrveranstaltungen ausfallen, doch Dank der oben genannten Maßnahme können diese Übungen nun im Sommer doch stattfinden. Es wird im Sommer vielleicht nicht für jeden angenehm mit langer Kleidung und Labor Mantel im Labor zu stehen, doch bin ich dennoch froh, dieses Semester die Theorie in der Praxis anwenden zu können. Für manche Studiengänge mag sich durch diese Maßnahme nicht viel verändern, außer, dass sie ein paar Präsenzprüfungen im Sommer haben, doch für jene Studiengänge, die von Praxis Veranstaltungen abhängig sind, die nicht online geführt werden können, ist es durchaus von großem Vorteil.

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