Künstler-Portrait//“Menschen erreichen im großen Stil“

Via YouTube-Tutorials zum Künstler – wie der junge Fußballer Max zum Maler wurde .

Künstler-Portrait | Max Flatischler (20) ist ein junger Künstler aus Wiener Neustadt. Das Malen auf großen Leinwänden und mit bunten Farben ist für ihn mittlerweile mehr als nur ein Hobby. Mit der Klette hat er über seine Leidenschaft fürs Abstrakte und seine Vorbilder geredet.

Von Lara Karner

Im September 2019 geht Max mit seiner Freundin Schulsachen einkaufen, als ihn die Muse küsst. „Ich stand dann vor dem Regal mit Leinwänden und Farben und habe mir spontan ein paar Sachen gekauft“. Seine ersten Bilder malt er mit Hilfe von YouTube-Tutorial, schnell taucht er komplett in die Welt des Malens ein. Er malt aus Spaß, macht mittlerweile aber auch Auftragsarbeiten.

Kosten- und Zeitintensiv
Eigentlich spielt Max Fußball für den SC Katzelsdorf, doch während der Corona-Krise dürfen Spiele und Trainings zuerst nur eingeschränkt und dann gar nicht mehr stattfinden. Seine neu gewonnene Freizeit verbringt er nun mit der Kunst.

Zuerst malt er auf Leinwänden in verschiedenen Größen, die ihm oft seine Mutter mitbringt, auf längere Sicht kann das aber ziemlich teuer werden. Deshalb beginnt er die Rahmen selbst zu bauen. So kann er auch auf größeren Flächen arbeiten, was seine Kunst nach eigener Aussage „besser rüberkommen“ lässt.

Der 20-Jährige beschreibt im Interview, dass seine Bilder in vielen einzelnen Schritten entstehen. Zuerst wird der Rahmen gebaut, dann wird vorgezeichnet, dann die Leinwand ver- spachtelt und der Hintergrund entsteht. Wenn diese Schicht getrocknet ist mischt er die restlichen Farben und trägt sie mit einer Spachtel oder einem Schwamm auf die Leinwand auf. Bei der Farbgestaltung greift der junge Künstler meistens zu hellen Farben. Am liebsten hat er helle Blau-, Rosa- und Grüntöne. Der ganze Prozess dauert mit den Trocknungszeiten und der Ausbesserungsarbeit zum Schluss meistens einige Tage. Die großen Leinwände brauchen natürlich auch Platz, daher malt Max meistens im Keller und hört dabei Musik. Hat er erst einmal mit einem Bild begonnen, kann ihn nichts mehr davon abhalten weiterzuarbeiten. „Wenn es hart auf hart kommt, male ich auch bis mitten in der Nacht“. Dabei kommt es schon mal vor, dass er vor lauter Malen aufs Essen und Trinken vergisst.

Zeichenunterricht in der Schule
Schon in der Volksschule mochte Max den Zeichenunterricht und seine damalige Lehrerin erkannte schon früh sein Poten- tial. So hat sie einmal zu seiner Mutter gesagt, dass sie ihn sich sehr gut auf der Wiener Universität für angewandte Kunst vorstellen könnte. Nachdem er das Bundesgymnasium Zehnergasse absolviert hatte, entschied er sich aber für einen anderen Weg.
Heute studiert der Künstler zwar wirklich, aber nicht Kunst. Sondern Geschichte und Sport auf Lehramt an der Uni Wien. Neben dem Studium und auch danach möchte Max aber wei- ter malen. Auf die Frage, ob Künstler sein Traumberuf ist, antwortet er, dass er in erster Linie schon Lehrer werden möch- te. Auch wenn es nach eigenen Angaben nicht sein Ziel ist, mit der Kunst Geld zu verdienen oder reich zu werden, freut er sich immer, wenn anderen seine Kunst gefällt. Außerdem ist das mit der Kunst als Beruf eine schwere Sache, wie er sagt:
„Man braucht so viel Glück, um davon leben zu können – also kann ich es nicht als Traumberuf bezeichnen. Ich hoffe zwar viele mit meiner Kunst zu erreichen, aber reich werde ich damit wohl eher nicht – Aber vielleicht ergibt sich ja was“, lacht er.

Die eigene Kunst zu den Leuten bringen
Über die Sozialen Medien ver- sucht Max seine Kunst der Welt zu zeigen – und das mit Erfolg. Immer mehr Leute folgen ihm über Instagram und Facebook. Im Interview erzählt er, dass er nach der Erstellung seiner Instagramseite seine ganzen Freunde abonnierte, die anfangs gar nicht wussten, beziehungs- weise glauben konnten, dass er diese Bilder gemalt hatte. Von seinen Freunden bekommt er vor allem positives Feedback, aber wenn einem etwas mal nicht gefällt, dann sagt der es auch. „Geschmäcker sind eben verschieden und nicht jedem gefällt jedes meiner Bilder. Ich arbeite ja auch mit verschiedenen Stilen.“ Abseits der Sozialen Medien bekommt er auch viele positive Reaktionen von der Familie.

Auf die Frage, wie er seinen eigenen Stil beschreiben würde, meint Max, dass er verschiedene Sachen ausprobiert. Für seine Bilder verwendet er immer wieder neue Maltechniken. „Ich mach das alles nach Hausverstand“. Portraits machen ihm momentan am meisten Spaß, wie er uns verrät. Für diese braucht er meistens etwas länger als für seine abstrakten Arbeiten. „Das Abstrakte ist freier und passiert deshalb meistens etwas schneller“.
Der Niederösterreichische Künstler „VOKA“ (voka.at), der den Begriff des „Spontanrealismus“ prägte und John Beckley (Johnbeckley.com), der größtenteils abstrakte Bilder fertigt, sind Künstler, zu denen Max aufschaut. Er möchte sie aber nicht kopieren oder möglichst nah an ihre Werke herankom- men. Er sagt, dass sie ihm einfach gefallen und ihn zu seinen Werken inspirieren. #

FACTS:
Name: Max Flatischler
Alter: 20
Geburtsort: Wiener Neustadt
Wohnort: Neudörfl
Hobby: Fußball
Schule: BG Zehnergasse
Studium: Geschichte und Sport auf Lehramt (Uni Wien)
Link: Instagram @artfmax

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