Klette-Kommentar//Die Psyche geht uns alle an.

Psychische Gesundheit ist in Österreich egal – nicht denen, die es betrifft, sondern denen, die daran etwas ändern könnten. Denen, die beschließen, dass die Schulen offen, zu und offen und die Freizeiteinrichtungen zu sind und die meinen, dass es 2024 dann ein paar mehr Therapieplätze geben soll. Was nutzt uns 2024 jetzt?

Von Stefanie Marek

Psychotherapeutische und psychiatrische Angebote sind für Kinder und Jugendliche leichter zugänglich als für Erwachsene, oft sind sie bis zum 18. Lebensjahr gratis. Spätestens jetzt in der Corona-Krise ist aber klar: Das bestehende Angebot reicht nicht aus und hat auch zuvor nicht ausgereicht. Expertinnen schlagen Alarm: Kinder- und Jugendpsychiatrien sind voll. Die soziale Isolation ist vor allem für die Jüngeren extrem belastend, aber auch junge Erwachsene kämpfen stark. „Die sind doch heute alle depressiv!“, „Das ist ja nur in eurem Kopf!“ – Ja wisst ihr, genau das ist ja das Problem und ohne Hilfe, da schauts im Kopf und in der Zukunft weiter schwierig aus, egal wie schwach oder stark die psychische Belastung ist. Liebe Entscheidungsträgerinnen, dass euch zumindest unsere Klima-Zukunft nicht besonders interessiert, das wissen wir ja schon. Zur Sache mit der Psyche hier ein bisschen Nachhilfe: Psychische Krankheiten verschwinden nicht automatisch, sobald man 18 wird. Kassenplätze? – Haha, vergiss es! Therapie ist teuer, kaum leistbar für die meisten über 18. Probieren wir’s mal anders: Psychische Probleme machen uns auf kurz oder lang zu schlechten Leistungsträger*innen und kosten den Staat mehr Geld, als es bräuchte, um ihnen durch ein ausreichendes Angebot und leistbare Therapie vorzubeugen. Und wenn ihr es nur so versteht, holt euch gleich euer Armutszeugnis ab. Null Punkte für vorrausschauende Planung. Fünf Minus für die Menschlichkeit.

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