Kultur-Portrait//Bilder in Toiletten fremder Wohnungen

Der Universal-Künstler | Für den 20-jährigen Syart Veliu ist das Leben ein Kunstwerk. Der Hobbykünstler schreibt, malt und macht Musik und hat uns erzählt, was Kunst für ihn bedeutet und was ihn zu seinen Geschichten inspiriert. Die Antwort auf die Frage, was ein Bild von ihm auf dem WC einer fremden Wiener Neustädter Wohnung macht und eine seiner Kurzgeschichten findet ihr hier.

Von Melina Sederl

Welche Rolle spielt Kunst in deinem Leben?
Kunst spielt in meinem Leben eine sehr große Rolle. Die Kunst ist in allen meinen Lebensbereichen vorhanden und zieht sich durch mein Leben wie ein roter Faden. Ich habe aber eine sehr weite Definiti- on von Kunst. Für mich ist fast alles, was Menschen machen in irgendeiner Art und Weise Kunst. Das Leben an sich ist ein Kunstwerk. Kunst hilft mir auch, mein Leben zu bewältigen, denn viele Texte entstehen, weil ich mich schlecht fühle und meine Gefühle in Form eines Textes verarbeiten möchte. Das Leben ohne Kunst wäre ziemlich langweilig, denn wenn ich motiviert bin, Kunst zu machen, ist es unterbewusst ein Zeichen, aktiv zu werden, etwas zu tun und Gefühle rauszulassen.

Du schreibst, malst und machst Musik. Was magst du am liebsten? Siehst du eine Verbindung zwischen den unterschiedlichen künstlerischen Hobbys?
Nein, ich kann nichts favorisieren, mal schreibe ich, mal male ich, manchmal mache ich Musik. Wenn ich nur mehr eine Sache machen dürfte, würde ich wohl das Schreiben wählen, weil ich glaube, durch das Wort kann man am meisten ausdrücken und es ist das Medium mit den meisten Möglichkeiten. Ich sehe aber auf jeden Fall eine Verbindung zwischen den unterschiedlichen künstlerischen Hobbies. Ich habe einen relativ weiten Kunstbegriff und denke, dass alles was man erschafft, irgendwas mit Kunst zu tun hat und daher sind diese Hobbies auch irgendwie verbunden.

Hast du jemals überlegt, eine professionelle Karriere als Künstler einzuschlagen?
Natürlich, aber mein kommerzieller Erfolg als Künstler ist nicht entscheidend für meine Liebe zur Kunst. So wie fast jeder habe ich mir auch schon vorgestellt, in irgendeiner Kunstform einmal der Beste zu sein, allerdings glaube ich, dass es bei Kunst eben oft kein objektives Bestes gibt. Für jeden gibt es einen anderen Besten, jeder hat einen anderen Lieblingskünstler und es ist nicht wie beim Sport, wo es einen klaren Sieger gibt. Ich war schon kurz davor, Musik zu studieren, aber ich glaube, man braucht kein Studium, um sich künstlerisch zu betätigen. Als Deutschlehramtsstudent komme ich auch mit Geschichten und Texten
in Kontakt. Ich dränge mich nicht dazu, Kunst zwanghaft professionell zu machen und es ist momentan hauptsächlich ein Hobby. Falls ich in Zukunft aber Möglichkeiten bekomme, werde ich sie mit offenen Armen empfangen.

Was verbindet dich mit Wiener Neustadt?
Ich bin in Wiener Neustadt geboren, habe dort viele Freunde und bin oft in der Stadt. Eines Abends haben wir uns zum gemeinsamen Malen in Wiener Neustadt verabredet und ich habe ein Bild gemalt. Dieses Bild habe ich in der Wiener Neustädter Wohnung meines Freundes vergessen, er ist mittlerweile ausgezogen aber das Bild steht wohl immer noch im Klo der Wohnung. Vielleicht schmückt es jetzt die Wohnung eines Lesers oder einer Leserin, das Bild zeigt Wellen und wir können ja hiermit einen Suchaufruf nach ihm starten.

Was inspiriert dich zu deinen Geschichten?
Ich werde vor allem von Emotionen inspiriert. Jeder, der Geschichten schreibt wird wohl einerseits von seiner Umwelt und andererseits von seiner Innenwelt beeinflusst und verarbeitet diese in Texten. Ich denke, Geschichten schreiben ist der Prozess, bei dem die Außenwelt und die Innenwelt vereint werden. Jeder Autor und jede Autorin vermischt die beiden Sachen anders, ich höre mehr auf meine Innenwelt und versuche sie nach außen zu tragen. Ich schreibe auch in erster Linie für mich selbst, aber wenn niemand meine Geschichten lesen würde, würde ich auch keine schreiben.

Was rätst du jungen Menschen, die gerne schreiben möchten? Gibt es irgendwelche Wettbewerbe oder Möglichkeiten, seine Texte zu veröffentlichen?
Fangt einfach an, denkt nicht viel darüber nach und lasst euren Gefühlen freien Lauf. Kauft euch einen Notizblock und einen Stift, das ist alles was ihr braucht. Wenn du gerne schreibst, gibt es auch viele Wettbewerbe, die dich dazu motivieren. Der FM4-Wortlautwettbewerb findet jedes Jahr statt und ist eine gute Möglichkeit, um erste Kurzgeschichten zu schreiben.

Auf unserem Instagram-Profil (@dieklette.offiziell) findet ihr Syart’s Text „Herzen“. Ihn zu lesen, lohnt sich auf jeden Fall.

FACTS:
Name: Syart Veliu
Alter: 20
Wohnort: Gloggnitz
Schule: Matura am Gymnasium Neunkirchen 2018
Studium: Deutsch und Informatik auf Lehramt
Links: syartsblog.wordpress.com
IG/artie_veliu
Foto Credits: Melina Sederl

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