Was man in der Schule nicht lernt//Richtig streiten

Spätestens dann, wenn man einen Vertrag unterzeichnen, eine Wohnung mieten oder ein Auto kaufen möchte, fragt man sich: Wie funktioniert das eigentlich alles? Wo lernt man solche Dinge? Traurig, aber wahr, man lernt diese essenziellen Dinge des Lebens meist nicht in der Schule. Die Klette- Redaktion hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, euer Wissen in Sachen „Facts, die zum Erwachsensein dazugehören“ ein klein wenig aufzustocken – von Steuern, über Gefühle bis hin zu Hygiene, wir lassen kein Thema aus. Diesmal geht es um die Frage, wie man richtig streitet.

Von Celina Dinhopl

Konflikte: Jeder kennt sie, jeder hat schon mindestens einmal im Leben einen Streit geführt. Oft gilt eine Beziehung als ideal, wenn nicht gestritten wird. Dabei wird ein streitloses Miteinander von Psycholog*innen und Beziehungs-Coaches so gut wie nie empfohlen: Streit ist wichtig und vermeidet, dass sich Probleme aufstauen, die irgendwann aus einem herausplatzen. Weil Streit wichtig ist, gibt es von uns einige Tipps, wie man es richtig macht:

Die richtige Herangehensweise
Ein Streit entsteht meistens, weil eine Person etwas tut oder sagt, das bei einer anderen Person nicht gut ankommt. Dennoch sollte man bei Beginn eines Streits einen kühlen Kopf bewahren und nicht schon mit einer wütenden Haltung hineingehen. Genauso wichtig ist es, respektvoll zu bleiben und Vorwürfe und Beleidigungen zu vermeiden. Bei einem „richtigen“ Streit möchte man eine Situation lösen und sie nicht weiter entfachen. Übrigens: Obwohl „lauter werden“ meistens verteufelt wird, kann es tatsächlich manchmal helfen, die Gefühle herauszulassen. Auch dabei gilt jedoch wie bereits erwähnt: Respekt bewahren und Beleidigungen vermeiden.

The bigger picture
Zuhören, zusammenfassen und versuchen, sich in den anderen hineinversetzen. Klingt erstmal einfach, ist es aber in den meisten Streitsituationen gar nicht. Während eines Streits sind wir voller Emotionen, egal ob wir konfrontieren oder konfrontiert werden. Dabei gilt jedoch immer, demder anderen zuzuhören und zwischendurch zusammenzufassen, was derdie andere gesagt hat. Das ist wichtig, um der anderen Person zu zeigen, dass man ihr zuhört und um Missverständnisse zu vermeiden.

Der richtige Moment
Wähle weise, wann und wo du die Konfrontation beginnst. Einen Streit zu führen und ihn zu schlichten, braucht Zeit, deshalb nimm sie dir! Setze dich mit der Person an einem sicheren Ort zusammen, an dem ihr ungestört diskutieren könnt. Jede Art von Druck, sei es die Anwesenheit anderer Personen oder ein baldiger Termin können dazu führen, dass das Gespräch weniger konstruktiv verläuft. Daher gerne auch einmal ein Thema auf den nächsten Morgen verschieben, das gibt zusätzliche Zeit zum Nachdenken und ermöglicht eine rationale Herangehensweise. Übrigens: Auch Pausen während des Streitens sind erlaubt! Nehmen die Emotionen überhand oder bist du den Tränen nahe, frage nach einem Time-out.

Um was es eigentlich geht…
Im Endeffekt haben wir uns doch alle lieb und möchten eigentlich nur ein harmonisches Miteinander. Diesen Gedanken musst du stets im Hinterkopf bewahren, schließlich geht es bei Konflikten nicht darum, zu gewinnen, sondern miteinander an einem Strang zu ziehen. Jede Art der Beziehung, sei es romantisch, familiär, freundschaftlich oder auch beruflich, gründet sich darauf sich gegenseitig kennenzulernen. Man kann selten von der ersten Sekunde an auf jeder Ebene harmonieren, doch mit der Zeit kann man darüber in Konflikten darüber sprechen, diese Harmonie langsam auf allen Ebenen zu entwickeln. Deshalb sprich an, was dich stört und finde gemeinsam mit der anderen Person eine Lösung. Und am Ende vielleicht noch eine Umarmung, um die Nähe wieder herzustellen.

Pro-Tipp
Richtig streiten muss gelernt sein. Daher sind Fehler unvermeidlich und auch normal. Im Grunde geht es auch gar nicht darum, derdie perfekte Streitschlichterin zu werden, sondern die eigenen Fehler zu erkennen und daran zu arbeiten. Das Ganze ist ein Lernprozess, der erstmal damit beginnt, in einer typischen Streitsituation die eigenen Verhaltensmuster zu erkennen und sich selbst zu stoppen. Eine Entschuldigung schadet übrigens nie.

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