Ausstellung//Essen wir die Welt?

AusprobiertTrotz Lockdown durften wir für die Klette einen Blick in die Ausstellung „Wir essen die Welt“ in Stadmuseum St. Peter an der Speer erhaschen. Für mich war es eine Reise von Burkina Faso über Ecuador bis in den örtlichen Supermarkt und schließlich vor die eigene Haustür. 

Von Celina Dinhopl 

Eigentlich bin ich der Meinung, dass ich sehr darauf achte, so umweltfreundlich und fair wie möglich zu konsumieren. Doch sobald ich einen Fuß in die Ausstellung „Wir essen die Welt“ setzte, war mir klar, dass ich auch ich mein Verhalten überdenken muss.  

Auf der Reise durch die Länder Burkina Faso, Bangladesch, Äthiopien, Brasilien und Ecuador lerne ich fünf Kinder kennen, die mir von ihren Essgewohnheiten und Leben erzählt. Alle wirken glücklich auf mich. Was mich jedoch sofort in den Bann zieht, sind die Aufnahmeorte. Keiner erinnert mich an die typischen Häuser in Österreich. Es sind andere Lebensrealitäten, die man schon einmal in Dokumentationen gesehen hat. Dennoch wirken sie gerade viel näher als bisher jemals. Für jedes Land ist ein eigener Stand aufgebaut, mit Fakten und Vergleichen zu Österreich. Eines ist konsequent: Österreichs CO2-Abgase überall weitaus höher als in jedem dieser fünf Länder, wohingegen diese für die Lebensmittelversorgung der Welt unglaublich viel wichtiger ist. Aus jedem Land kommt ein Lebensmittel, das in Österreich kaum wegzudenken ist: Der Kaffee aus Äthiopien, Kakao und Bananen aus Ecuador und natürlich, die Mango aus Burkina Faso. Damit ist meine Blase von Fairness geplatzt, schließlich ist Mango mein Lieblingsobst. Und auch an der nächsten Station wird es nicht besser: In einem Supermarkt kann man Produkte einkaufen, aber hier zeigen sie neben dem Preis auch die Umweltfreundlichkeit, Regionalität und Fairness. Spagetti gehören zu meinem wöchentlichen Konsum, doch gerade diese hapern in ihren Werten. Der größte Schlag sind jedoch passierte Tomaten, die aufgrund ihrer unklaren Nachverfolgung schlanke 3 von 10 Fairness-Punkte bekommen. Kritisch sehe ich jedoch die Wertung von Bio-Vollmilch, die insgesamt in allen Punkten relativ gut abschneidet. Denn als Veganerin würde ich Kuhmilch nicht 10 von 10 Fairness-Punkten geben. Danach geht es weiter von hart-realen Fakten zu Ungleichheit, CO2 Ausstoß und Klimawandel zu Bildern von schmelzenden Polen und Plastik-Meeren. Am Ende jedoch ein Hoffnungsschimmer: Man kann doch etwas tun. Ob regional kaufen, Fleisch reduzieren oder weniger verschwenden, jede*r kann etwas tun, damit es in den fünf vorgestellten Ländern und auf dem Rest der Welt bald besser zugeht als es gerade tut.  

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