Gute Musik und extrem nette Menschen

Ein Vierteljahrhundert Jugend & Kulturhaus Triebwerk in Wiener Neustadt

Nachgefragt | 1996 war Franz Vranitzky Bundeskanzler von Österreich, in den USA regierte Bill Clinton und in Russland Boris Jelzin. Der Bürgermeister von Wiener Neustadt hieß Peter Wittmann und eine Gruppe engagierter Menschen eröffnete im September ein Kulturhaus im ehemaligen Gasthaus am Alten Schlachthof Wiener Neustadt. Auch noch heute geht es hier um Musik, Kultur und Begegnungen. Die siebzehnjährige Klette-Redakteurin Lara hat sich bei einem Konzert unter die Leute gemischt und bei den Ehrenamtlichen nachgefragt, was das Triebwerk für sie bedeutet.

Das Jugend- & Kulturhaus Triebwerk – meist nur Triebwerk genannt – feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Jubiläum. Wenn ich mit Leuten über das Triebwerk rede, fällt mir oft auf, dass das es für kaum jemanden dasselbe ist. Die einen feiern die Musik, die anderen das Feeling und die Leute und für wieder andere spielt das Essen eine große Rolle. 

Zum ersten Mal ganz bewusst war ich selbst vor drei Jahren im Treibwerk und habe da einen der Klette-Workshops besucht. Dadurch habe ich nicht nur einen Weg zu diesem Heft gefunden, sondern auch den Weg zum Triebwerk selbst. Die Leute, die hier arbeiten und auch die, die regelmäßig zu den Events kommen sind alle unglaublich aufgeschlossen. Wenn es bei einer Outdoor-Show plötzlich zu regnen beginnt (Wie es beim Triebwerk Garten-Festival schon mal vorkommen kann) packen alle mit an, tragen sämtliches Equipment nach drinnen und nach Möglichkeit geht das Konzert dann weiter – die Stimmung geht dabei aber nicht verloren. Menschen aus allen Ecken kommen hier zusammen und sind eine große Familie. 

Ich habe acht jungen Neustädter*innen, die auch ehrenamtlich im Triebwerk arbeiten, gefragt was sie mit dem Kulturhaus verbinden.

Dein erster Besuch im Triebwerk?

Thomas: Es war der 25.3.2013 als ich das Jugend- und Kulturhaus Triebwerk zum ersten Mal besucht habe. Goodbye Fairground und die allererste Show der Wiener Neustädter Band Small Hours waren hier live zu sehen. Ein unvergesslicher Abend.
Samuel: Die erste Veranstaltung, die ich besucht habe, war ein sogenannter Under-Age-Club im Jahr 2015. Hier hatten auch Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren schon die Möglichkeit eine Veranstaltung im Triebwerk zu besuchen. Das fand ich damals sehr cool. Meinen ersten Dienst als ehrenamtlicher Mitarbeiter habe ich im Dezember 2018 gemacht.
Walli: Bei mir war es am 15.1.2005 bei der Astpai Release Show zu „feeling safe in programmed channels“.
Selina: Am 3.3.2017 bei New Native, Clutch At Straws und Heart Ovt (d).
Manuel: Ich habe leider keine Ahnung, wann ich das erste Mal als Gast im Triebwerk war, aber im Dezember 2018 habe ich begonnen ehrenamtlich mitzuarbeiten. Seither mache ich bei sehr vielen Veranstaltungen Tontechnik oder auch Lichttechnik.
Stefan: Am 21.12.2012: „Die Letzte Show der Welt“ große Abschiedsparty von Conny Chaos & die Retortenkinder.
Pablo: Es muss die Astpai Release Show zu „Efforts & Means“ 2014 gewesen sein. Ich kann mich erinnern, extrem viel Merchandise an diesem Abend gekauft zu haben und mich sofort in das Ambiente und den Charme des Triebwerks verliebt zu haben. 
Ruth: Am 25.6.2004 als die deutsche Indierock Band Trip Fontaine gemeinsam mit Montotrigger, einer Wiener Neustädter Indie Band, gespielt hat.

Bester „Triebwerk-Moment“?

Thomas: Astpai (immer), Birds in Row (fr), Closer (us), Bandaid Brigade (us) , Jeanny, A Wilhelm Scream (us) – Es gibt zu viele schöne Erlebnisse die im Triebwerk stattgefunden haben. Die alle aufzuzählen würde die Klette-Ausgabe sprengen.
Samuel: Ich wage es nicht, eine „beste Show“ zu küren, da jede Show ihren Charme und ihre Reize hat. Und wenn einem die Show tatsächlich nicht gefallen sollte, hat man noch immer die Möglichkeit, eine interessante, umfangreiche Unterhaltung im Garten oder der Küche zu führen.
Walli: Als Tontechniker war es die Show der US-amerikanischen Band The Slackers als ich den Soundcheck „on the fly“ gemacht habe. Das heißt, ich habe einfach alles gemacht, während sie performed haben.Mit meiner Band SOEY stand ich am 14.5.2005 damals das erste Mal auf der Triebwerk Bühne – woran ich mich natürlich auch immer Erinnern werde. Als Gast blieb mir eine der letzten Plagues Mass-Shows in Erinnerung. Die Grazer Hardcore Band war wohl eine der lautesten und besten Bands der Welt.
Selina: Im Sommer 2019 hat die Active Scene ein Konzert mit den französischen Bands „Birds In Row“, „Chaviré“, „Heavy Heart“ sowie der Wiener Neustädter Band „Small Hours“ veranstaltet. Dieses blieb mir aufgrund des außerordenlich guten Line Ups sowie der Stimmung besonders in Erinnerung.
Manuel: So gut wie jede Show im Triebwerk ist ein tolles Erlebnis! 
Stefan: Mein bis dato witzigster Moment war als wir nach einer Veranstaltung in der Triebwerk Küche gesessen sind und wir den magischen singenden Weihnachtsbaum entdeckt haben. Es war unbeschreiblich magisch und lustig. Wer hätte gedacht das so ein Weihnachtsbaum so viel Freude bereiten kann.
Pablo: Jede Show von Astpai, die ich hier besucht habe, blieb mir in Erinnerung. Die waren alle sensationell und großartigst. 
Ruth:  Ich habe hier viel gelernt und fantastische, kreative und vor allem sehr leiwande Leute kennengelernt.

Warum bist du gerne im Triebwerk?

Thomas: Weil es meistens sehr witzig oder ein richtig schöner Abend wird. Gute Musik in einem extrem familiären, netten Rahmen.
Samuel: Das sehr familiäre Feeling sowie die guten Konzerte sind der Hauptgrund warum ich gerne im Triebwerk bin. Man findet hier viele neue Freunde und auch die ein oder andere interessante Persönlichkeit.
Walli: Es ist einfach ein Platz zum Wohlfühlen, Mitarbeiten und um sich frei zu entfalten! Das Triebwerk ist Life!
Selina: Weil ich mit lieben Leuten gute Musik genießen kann und es gibt immer sehr nices veganes Essen.
Manuel: Im Triebwerk habe ich sozusagen meine „zweite“ Familie gefunden. Das Programm hier ist einzigartig und immer sehr gut. Für die Crew und Künstler*innen wird immer vegan gekocht und es ist immer extrem lecker. Selbst in den Lockdowns hat das Triebwerk weiterhin gute Formate (Online) gebracht. Die Tiny Triebwerk Sessions oder die Tiny Triebwerk Talks mit Stefan Tallian.
Stefan: Im Triebwerk gibt es nicht nur extrem leiwandes Programm mit guter Musik, sondern dort  sind auch extrem liebe und nette Menschen. Das Ambiente und die Atmosphäre im Triebwerk sind auch einzigartig. Man fühlt sich ein wenig wie zu Hause. Ich kann nur jedem Menschen empfehlen mal im Triebwerk vorbeizuschauen oder sogar ehrenamtlich mitzuarbeiten.
Pablo: Vermutlich werden hier die meisten Befragten die gleiche Antwort geben, aber der Hauptgrund sind auch für mich natürlich die gute Musik und die extrem netten Menschen hier.
Ruth: Weil´s ein wichtiger Fixpunkt in meinem Leben ist. #

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