Ein unkonventioneller Musikunterricht//„Wer sprechen kann, kann singen.“

Ein unkonventioneller Musikunterricht, ohne Leistungsdruck – dafür mit umso mehr Spaß und Begeisterung. 

Ausprobiert |  Da sich diese Ausgabe der Klette ganz der Musik widmet, durfte ein Selbstversuch nicht fehlen. Ich entschied mich dafür, den Gesangsunterricht bei „Mach Krach! Der moderne Musikunterricht“ auszuprobieren, da ich Klavier spiele und mir der Gesang noch viele zusätzliche Möglichkeiten bieten würde. Bisher habe ich mich aber nicht getraut, vor anderen Menschen laut zu singen. Das hat sich nun geändert. 

Mach Krach! ist in der Wohlfahrtgasse 17 zuhause. Als ich ankomme, bin ich etwas nervös und ich weiß nicht genau, was mich erwartet. Kaum das Haus betreten, ist die Aufregung jedoch fast gänzlich verflogen. Ich fühle mich sofort wohl, denn die gesamte Einrichtung im Boho, Vintage und 60/70er Stil schreit förmlich nach Gemütlichkeit und Urlaub. Die leidenschaftlichen Musiker*innen Betty Hartmann und ihr Freund Martin Rattay haben Ende Mai 2019 „Mach Krach!“ gegründet, da sie mit dem Unterrichtstil der meisten Musikschulen nicht zufrieden sind. Die zwei sind zusätzlich im Musikbusiness beschäftigt und treten auch immer wieder mit ihrer Band „Betty Hartmann & The Kozmic Experience“ auf. Gerade ist ihr Album  „Crime Scene Earth“ erschienen.  

Betty führt mich durch die Räumlichkeiten und dann starten wir auch schon mit dem Unterricht, wobei es sich nicht wie ein Unterricht im klassischen Sinne anfühlt.  

Wir beginnen mit ein paar Gesangsübungen, die mich an meine Kindheit erinnern und ich bin erstaunt, wie weit mein Tonumfang reichen kann! Betty bekommt so ein Gefühl für meine Stimme und kann mir dann auch die passenden Übungen zeigen, um mich gesanglich zu verbessern. Danach nehmen wir „One Day – Reckoning Song“ von Asaf Avidan, ein Lied, das ich mitgebracht habe, in Angriff. Betty begleitet mich am Klavier und gibt mir dabei viele Tipps, die oft nur einen psychologischen Background haben.  

Ich bin total fasziniert, welchen Unterschied es macht, wenn ich zum Beispiel einen kleinen Knicks mache, bevor ich einen hohen Ton singe. Es funktioniert auf einmal so viel leichter! Anschließend darf ich mich an das Klavier setzen und mich begleiten. Ich fühle mich noch eine Spur sicherer, da das Klavier über die Jahre zu meinem Steckenpferd geworden ist und mir Schutz bietet. Aber wovor will ich mich eigentlich die ganze Zeit schützen?  

Auch Betty bestätigt, dass sich viele Menschen genieren, wenn sie singen sollen. Dabei ist das ein Urinstinkt. Bevor es Instrumente gab, hat der Mensch bereits gesungen. Betty zitiert dafür auch ein sehr schönes afrikanisches Sprichwort, das übersetzt folgendes bedeutet: „Wer gehen kann, kann tanzen. Wer sprechen kann, kann singen.“ Ich kann dem nur voll und ganz zustimmen. Mir hat diese Gesangsstunde, oder besser gesagt „Glückseinheit“, wie im Podcast „LifeBiz20“ Betty und Martins Proben genannt werden, so viel Spaß gemacht, wie schon lange nichts mehr und ich bin auch stolz auf mich, meine Hemmungen beim Singen schön langsam abzulegen.  

Die Atmosphäre bei Betty und Martin ist wirklich einmalig. Man fühlt sich nicht wie in einer Schule, sondern wie bei einem Besuch bei Freund*innen die dich auf eine Reise in die Flower Power-Zeit mitnehmen. # 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s